entnommen dem berliner kunstblatt
sonderheft 1987 . kunst konzentriert
heinz ohff

gertraude zebe gehört zu den eigenwilligsten plastikerinnen berlins. ausgehend von den formproblemen eines anderen großen berliners, der ihr lehrmeister wurde, rudolf belling, entwickelte sie durch synthese ein individuelles werk. kam es belling auf die verschränkung von volumen und hohlräumen an, so bezieht gertraude zebe farbe in die plastische form ein. den prozeß der erweiterung nennt sie „formunterstützende malerei“, denn diese macht, ihren eigenen worten zufolge, „das plastische deutlicher, sichtbarer der betrachter fühlt sich herausgefordert und tastet das gesehene nach“. umgekehrt werden aber bei ihren hell- dunklen bronzen die volumen auch zum träger der „formpatina“ : form unterstützt farbe, farbe form. dem plastischen verschmelzungsprozeß entspricht ein inhaltlicher. alle ihre skulpturengleichen ( zezootier & reiter ) mittelwesen zwischen mensch und tier.